„Eine unvergeßliche Reise“

19. Juli - 1. August 1997

Ein Reisebericht von D. Angel Hernández Hernández, Kapellmeister der Agrupación Musical Orotava aus La Orotava, Teneriffa.

Reiseziel: Graz, mit Besuchen von Prag, Salzburg, Graz, Budapest, Bratislava und Wien.

19. Juli: Abfahrt aus La Orotava um 18 Uhr, um danach um 21 Uhr vom Flughafen Teneriffa-Süd „Reina Sofía“ abzufliegen. Um 0 Uhr 15 des 20. Juli Ankunft in Madrid.

20. Juli: Abflug von Madrid Barajas um 6 Uhr 45 mit dem Ziel Prag. Ankunft dort um 10 Uhr, kurze Ruhezeit und Mittagessen. Am Nachmittag Besuch der Altstadt.

21. Juli: Stadtrundfahrt. Der Palast von Prag mit seiner Kathedrale, die Goldstraße, die St. Vito-Kathedrale, verschiedene Kirchen und ein Teil der Neuen Stadt. Spaziergang über die Karlsbrücke, die die Altstadt mit dem neuen Stadtteil verbindet, der jüdische Bezirk, der Friedhof.

22. Juli: Um 8 Uhr 30 Abfahrt aus Prag mit dem Ziel Salzburg. Um 12 Uhr 30 überqueren wir die Grenze, in Richtung Linz fahrend. Wegen der heftigen Regenfälle in Polen und Deutschland waren Überschwemmungen gemeldet worden, sodaß wir gezwungen waren, auf Landstraßen auszuweichen, weswegen wir erst um 16 Uhr in Salzburg ankommen sollten. Nach einem Imbiß und der Einquartierung im Hotel nützten wir die Zeit, um die Stadt zu besuchen.

23. Juli: Der Vormittag steht zur freien Verfügung, um – unter anderem – das Mozart-Geburtshaus und die Burg Hohensalzburg, zu der wir in einer Bahn hochgefahren sind und deren schöne Gärten wir beobachteten, zu sehen. Um 13 Uhr Mittagessen und um 14 Uhr Abfahrt in Richtung unseres Hauptzieles Graz. Ankunft dort um 18 Uhr, mit einem unglaublichen Empfang: Musikverein mit Fahnen, Gemeinderat, Musikvereinspräsident, Vorstand und zwei junge Damen in der regionalen Tracht mit einem Fäßchen mit Schnaps, weiters Freunde des Musikvereines. Zu diesem Zeitpunkt regnete es, doch der Musikverein spielte dennoch weiter. Nach den Musikstücken ergreift der Obmann des Musikvereines das Wort, danach eine Gemeinderätin und schließlich spricht der Kapellmeister der Agrupación Musical aus La Orotava. Dieser bedankt sich für den Empfang und entschuldigt die Nichtanwesenheit eines Stadtrates der Stadt La Orotava, dessen Anwesenheit ursprünglich vorgesehen war. Der Musikverein Liebenau setzt mit einigen Märschen fort und dann erfolgt der Austausch der Grüße, die Kontaktaufnahme, um danach gleich zum Saal der  Freiwilligen Feuerwehr Thondorf zu fahren, der während der folgenden Woche unser Festsaal sein sollte und in welchem wir meist zu Abend aßen und tanzten usw. Daraufhin Zuteilung der Musikerinnen und Musiker und einiger Begleitpersonen zu den Liebenauer Gastfamilien. Mit Bewunderung muß übrigens festgestellt werden, daß die Organisation perfekt war, bis hin zum Abendessen, wo Bons für Essen und Getränk verteilt wurden.

24. Juli: Ausflug nach Birkfeld mit dem Bummelzug (Schmalspurbahn): Etwas Wunderbares! Man konnte einige außerordentlich schöne Landschaftsstriche sehen, während wir mehrere Brücken überquerten. Der Zug ist außerdem nur im Frühling und im Sommer in Betrieb. Besuch des Dorfes Birkfeld. An diesem Tag nahmen wir das Mittagessen in einem für die Region typischen Gasthaus ein (Buschenschenke). Um 19 Uhr Probe im Pfarrsaal St. Paul, wo am Samstag das Konzert stattfinden sollte. Um 21 Uhr Abendessen und danach Fiesta!

25. Juli: Um 10 Uhr Stadtspaziergang mit Führung durch die Grazer Altstadt. Um 13 Uhr Empfang im Rathaus durch den Kulturstadtrat und Vizebürgermeister Helmut Strobl mit dem Austausch der Dankesworte und verschiedener geschenke. Es war in allen Details ein außerordentlicher Empfang, dem ein großartiger Umtrunk und Imbiß, perfekt angeordnet auf einem wunderschön geschmückten Tisch, folgte. Um 17 Uhr 30 Abmarsch der beiden Musikvereine vom Hauptplatz in Richtung Landhaushof, wo das abendliche Konzert stattfand. Vor dem Abmarsch hatten beide Musikvereine, jeder für sich, einige Märsche gespielt, um daraufhin – zuerst der Musikverein Liebenau, dann wir – loszumarschieren. Konzertbeginn um 18 Uhr, in welchem die beiden Orchester abwechselnd musizierten. Der Landhaushof war übervoll, selbst in den Gängen standen die Menschen, und das Publikum applaudierte unvergeßlich heiß! Der Erfolg war so groß, daß das Konzert, dessen Ende ursprünglich mit 19 Uhr 30 angesetzt war, weil im Landhaushof ein Opernfilm gezeigt wurde, nicht vor 20 Uhr 15 unter dem tosenden Applaus des Publikums zu Ende ging. Am Abend schließlich Fiesta, wie an allen Tagen, aber dieses Mal, wohl wegen des großen musikalischen Erfolges, war das Fest einfach überragend!

26. Juli: Um 11 Uhr Empfang des Landeshauptmannes, Frau Waltraud Klasnic, im Palais Attems. Sie war bekleidet mit einer regionalen Tracht (Dirndl), ebenso wie jene Verantwortlichen, die sie begleiteten. Es folgte der Austausch der Dankesworte und verschiedener Geschenke. Wie am Vortag gab es auch diesmal einen Umtrunk und einen Imbiß, diesmal aber größer, umfangreicher.  Um 14 Uhr Besuch und Besichtigung des „Schloß Eggenberg“. Um 19 Uhr hatten wir Gelegenheit, ein außerordentliches Konzert zu spielen, außerordentlich in allen Hinsichten: Publikum, Qualität, Aufmerksamkeit... Unvergeßlich! Am Ende des Konzerts stand das Publikum auf und forderte mehr und mehr! Im Konzert erfolgte auch der Austausch von Geschenken unter den Vereinen und Kapellmeistern, sowie Dankesworte beider Seiten. Umarmungen, Tränen, es war einfach unbeschreiblich... Das Konzertende war ursprünglich mit etwa 20 Uhr 30 festgelegt worden, es endete aber – weil es um diese Zeit beendet werden mußte – erst um 22 Uhr. Nach dem Konzert großes Abendessen und die Abschiedsfeier.

27. Juli: Sonntag, Tag der Trennung. Der Abschied war für beide Seiten schwierig, beide Seiten hatten einander zu sehr liebgewonnen. Dankesworte der Obmänner und Kapellmeister der beiden Musikvereine. Für die Reise hatte man uns Sackerln mit Wurstsemmeln, Getränken und Süßigkeiten mitgebracht. Es fiel uns sehr schwer, uns zu verabschieden, aber schließlich fuhren wir ab in Richtung Budapest. Nach etwa fünfzehnminütiger Fahrt, hörten wir Autohupen – es war eine Gruppe Grazer und sie winkten mit Taschentüchern aus den Autofenstern und weiter vorn – auf einem Autobahnparkplatz – blieben sie stehen und winkten noch einmal zum Abschied. Um 20 Uhr Ankunft in Budapest. Abendessen und Unterbringung.

28. Juli: Morgens Stadtrumndfahrt: Am rechten Ufer Buda, die große Altstadt, links Pest, modernes Einkaufs- und Handelszentrum. Am Abend gab es etwas, woran man sich einfach erinnern muß: Eine wunderschöne Spazierfahrt auf einem Schiff, auf dem wir ganz allein (der Musikverein und die Begleitpersonen) waren. Eine außerordentlich schöne Fahrt auf der Donau mit Getränk, einem Quartett aus Violine, Bratsche, Klarinette und Kontrabass. Zwei Sänger – Sopran und Bariton, ein Tanzquartett... eine wirklich unvergeßliche Ausfahrt!

29. Juli: Um 9 Uhr Abfahrt Richtung Bratislava (Preßbug), Mittagessen und Besuch dieser Stadt, die sich als Hauptstadt der Slowakei im kleinen Tal des kleinen Karpatengebirges befindet. Abfahrt nach Wien mit Ankunft um ungefähr 16 Uhr. Abendessen und danach Spaziergang in dieser wunderbaren Stadt.

30. Juli: Stadtrundfahrt, um viele der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu sehen: Die Staatsoper, Kaiserpalast, Votivkirche, die verschiedenen Gärten, Burgtheater, Parlament und noch andere interessante Orte und Bauwerke. Abends gingen einige von uns in das Konzert des „Mozart-Orchester“, aufbereitet im Stile der damaligen Zeit (...auch mit den entsprechenden Gewändern etc...): Eher ein Konzert, das für Touristen vorgesehen ist.

31. Juli: Freier Tag, um den Besuch von Wien fortzusetzen. Einige fuhren ins Instrumentenmuseum im Kaiserpalast, andere besichtigten den Stephansdom und andere Sehenswürdigkeiten. Am Nachmittag, Abfahrt nach Prag, wo wir den Flughafen ansteuerten, um unser Gepäck dort einzuchecken.

1.August: Um 0 Uhr 30, Abflug nach Madrid. Ankunft dort um 3 Uhr früh, um 4 Uhr Weiterflug nach Teneriffa.

  ...und so ging diese außerordentliche Reise zu Ende!