Samstag, 20. September 2007
Konzertwertung in Lieboch
Dieser Tag war vorprogrammiert stressig zu werden bzw. eine ordentliche Packung an Nervosität zu versprühen. Es war Samstag der 20.10.2007 – Konzertwertung in Lieboch.
Wochen zuvor hatten wir ständig schon die beiden Stücke „Gass´lfahr´n“ (Pflichtstück) und „Die Schlittschuhläufer“ (Selbstwahlstück) geprobt – es hing uns irgendwie schon zum Hals heraus, aber jeder wusste, man musste es wirklich gut proben, denn die Konzertwertung war wichtig!
Natürlich war unser Kapellmeister darauf bedacht, dass möglichst alle Töne sauber getroffen werden, die Artikulation und die Dynamik passen würde und viel Herzblut beim Spielen der Stücke dabei war.
Die Generalprobe verlief echt gut.....................man befürchtete schon sie sei zu gut verlaufen.............nun gut...
Zurück zum Tag des Grauens. Wir trafen uns um 14.00 Uhr im Probenraum um noch leichte Einspielübungen zu machen und maximal Töne auszuhalten. Schon jetzt war eine komische Stimmung im Raum. Gegen 15.00 Uhr brachen wir auf Richtung Lieboch – irgendwie wollte da keiner hin.
In Lieboch angekommen hatten wir noch genügend Zeit (schlecht für die Nervosität) und so versuchten wir mit Blödeln (Galgenhumor) oder Kaffee trinken uns die Zeit bis zur „Gerichtsverhandlung mit Urteilsverkündung“ zu verkürzen!
Schon um 16.00 Uhr scheuchte uns der Kapellmeister wieder in die Klasse (wo wir unsere Instrumente abgelegt hatten) – wiederum Töne aushalten und Tonleiter spielen. Jetzt schien´s wirklich ernst zu werden. Komischerweise wurde unsere Obfrau immer ruhiger und wortkarger – obwohl sie ja sonst kaum mal Schwierigkeiten beim Reden hat.................kryptisch! War sie eventuell nervös???? (Oh ja sie war schrecklich nervös.........aber sie hoffte, dass es niemand merken würde).
Gut – um 16.30 Uhr begaben wir uns unterirdisch in den Veranstaltungssaal in Lieboch – war hier saukalt – eine Frechheit!! Es war wirklich sehr kalt in diesem Raum und wir befürchteten, dass die Stimmung darunter leiden konnte. Hier konnte sich die Frau Obmann schon das erste mal aufregen – gut ihre Nerven waren noch am Leben – als sich dann ein Musiker eines anderen Vereines an unserer großen Trommel zu Schaffen machen wollte –wurde sie kurzfristig zu einem bösen Raubtier – wenn unser Martin nicht schnell dazu gekommen wäre – hätte es vermutlich einen toten Musiker gegeben..................anscheinend musste die Chefin doch ihre Nervosität irgendwo los werden.................
Dank Martin gab es keine Toten, die große Trommel funktionierte noch und wir mussten uns auch schon auf die Plätze begeben um uns jetzt wirklich definitiv mit der Konzertwertung zu befassen – jetzt gab es kein Zurück mehr!
Wir begannen mit dem „Festlichen Choral“ um uns an den Klang im Raum zu gewöhnen und vielleicht auch noch die Stimmung der einzelnen Instrumente zu korrigieren. Bis auf die vier Wertungsrichter, den Sprecher und uns zitternden, nervösen, armen MusikerInnen war sonst niemand im Raum.................der Kapellmeister musste wirklich noch die Stimmung korrigieren, aber dann musste es auch schon los gehen – „Gass´lfahr´n“ stand als erstes an der Reihe. Für die Tenöre gleich mal ein chromatischer Lauf am Beginn, ein Decrescendo und eine leichte Verzögerung für alle................Sechzehntel für die 1. und 2. Flöte.................böse zum Beginn einer Konzertwertung!!!
Nach diesem Stück hatten wir einerseits das Gefühl „Gott sei Dank es ist vorbei“ andererseits „Wie würde dieses Stück bei den Wertungsrichtern ankommen“......................viel Zeit zum Nachdenken hatten wir nicht, denn nach wenigen Sekunden des Verschnaufens kam schon das Zeichen für unser Selbstwahlstück „Die Schlittschuhläufer“.
Hier waren wir etwas ruhiger, denn schon während der Probenarbeit lief dieses Stück immer besser als das „Gass´lfahr´n“, wir begannen zu spielen und unser Gefühl war das gleiche wie bei der Probe – es lief einfach besser als das Pflichtstück!
So. Wir hatten gespielt – jetzt mussten wir nur noch auf die Wertung – unser Urteil – warten.
Die Luft war wirklich zum Durchschneiden...................................die Wertung begann und wir trauten unseren Ohren und Augen nicht!!!! Wir bekamen für das Pflichtstück „Gass´lfahr´n“ keine einzige Note unter 9 – sogar fünf mal die Note 10 (Höchstnote) war dabei – war das zu glauben!! Da konnten wir nicht anders und beklatschten uns selber!! Wenn das schon so gut bewertet wurde, wie würde dann der „Schlittschuhläufer“ erst werden. Doch dann kam ein etwas nüchternes Erwachen. Die Wertungen für das Selbstwahlstück lagen niedriger – hier bekamen wir Noten zwischen 8,5 und 9,5 – wir glaubten es fast nicht aber wir nahmen es zur Kenntnis!!
Denn das einzig Entscheidende war und ist das Endergebnis:
Ein ausgezeichneter Erfolg!!!
Ja jetzt waren wir happy!!! Jetzt wussten wir wofür die ganzen Mühen und Plagen bei den Proben gut waren!!!
Der Kapellmeister und die Obfrau möchten sich auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Musikerinnen und Musikern für den Einsatz und die Probenarbeit bedanken!!
Nur gemeinsam konnten wir diesen Erfolg erreichen!!! Dankeschön!!!